Ihr ehrlicher Einstieg in Krafttraining, Beweglichkeit und Muskelaufbau.
Kurz vor der Rente fiel mir auf, dass etwas anders geworden war. Die Einkaufstüten, die ich früher mit einer Hand trug, mussten plötzlich mit beiden Händen getragen werden. Die Treppe in den ersten Stock, die ich seit dreißig Jahren auf und ab ging, war auf einmal länger geworden. Und morgens, beim Aufstehen, tat es mal hier weh, mal dort.
Es spielte keine Rolle mehr, wie sportlich ich in meiner Jugend gewesen war. Der Körper machte einfach nicht mehr mit, was er früher konnte.
Eines Tages saß ich auf der Bettkante und dachte an Tage aus meiner Jugend, in denen Kraft selbstverständlich war. Und ich habe mir gesagt: Das muss aufhören. Nicht weil ich wieder zwanzig sein wollte. Sondern weil ich nicht weiter zusehen wollte, wie ich Stück für Stück mein Leben verliere.
Ich fing vorsichtig an. Ein leichtes Theraband. Eine kleine Hantel. Einfache Kniebeugen. Drei-, viermal die Woche, ohne Hektik, ohne Ehrgeiz. Nur regelmäßig.
Und es geschah etwas Erstaunliches: Es funktionierte. Schneller, als ich gedacht hätte. Die Einkäufe wurden wieder leichter, die Treppe kürzer, die morgendlichen Schmerzen seltener. Mein Körper antwortete auf jede Bewegung — er hatte nur darauf gewartet, gefragt zu werden.
Ich hatte verstanden: Die Biologie ist nicht mein Gegner. Sie ist mein Verbündeter. Sie wartet nur darauf, dass man sie wieder ernst nimmt.
Heute, zehn Jahre später, trainiere ich immer noch. Mit Hanteln bis zu 25 Kilogramm. Nicht, um jemandem etwas zu beweisen — sondern weil ich weiß, was ich zu verlieren habe, wenn ich aufhöre.